TIME TO GET LOST — „Wir machen es so, wie wir es am liebsten haben wollen.“

 

 

2013 wurde das Projekt TIME TO GET LOST von vier langjährig befreundeten Veranstaltern ins Leben gerufen. Die Idee dabei war ganz einfach: man wollte eine Veranstaltungsreihe in Halle schaffen, auf der die Musik gespielt wird, die man selber am liebsten hört und spielt und doch so sehr in dieser Stadt vermisst: Chicago und Detroit. Nachdem man bis 2015 wie Partynomaden mehrere Locations in Halle bespielte und man es anfänglich schwer hatte, den Hallensern den recht neuen Sound schmackhaft zu machen, wird das Team, das mittlerweile aus 11 Musikenthusiasten/Innen besteht, im La Bim als festen Veranstaltungsort fündig. Hier ergänzen sich Konzept und Location nahezu perfekt: die düsteren und teils verwinkelten Kellergewölbe spiegeln genau das wieder, wonach man doch so lange suchte: einen Ort, an dem man Raum und Zeit für einige innige Augenblicke vergessen kann — sich in ihm verliert.

Bereits 2014 wird die Idee, begleitend zur Veranstaltung eine eigene Podcastreihe zu kreieren, umgesetzt. Auch hier legt das Team besonderen Wert auf behutsam gewählte Künstler, die dem „Lostcast“ monatlich ein Set beisteuern. Es geht im Gesamten nicht um einen nebenbei gefertigten Podcast, ein schnell gefülltes Line-Up oder um DJs, Produzenten und Live-Acts, die der breiteren Masse bekannt sind — es findet ein reger Austausch darüber statt, wie man wo zu welchem Augenblick vor allem persönliche Höhepunkte setzen kann.

2016 ist ein Jubiläumsjahr für TIME TO GET LOST. Zwei Jahre gibt es das Projekt in der Saalestadt und wird mittlerweile als kleine Institution wahrgenommen. Denn offenbar hat Halle genau diese Veranstaltungsreihe gebraucht: nicht nur, dass eine Nische, die so in der Form bisher noch nicht bedient wurde, dauerhaft mit fein selektiertem Programm versorgt wird — auch die Art und Weise, mit welcher Beharrlichkeit man sich jedem einzelnen Detail widmet, macht Freude auf mehr. Wo andere Veranstalterkollektive ihre Mitstreiter kommen und gehen sehen, wächst TTGL immer weiter. Ein Teil des elfköpfigen Teams kommt nicht aus Halle, womit man sich  Möglichkeiten schafft, objektive Eindrücke zu sammeln und diese angemessen in das Projekt einfließen zu lassen. Dabei blickt die Crew ganz gelassen in die Zukunft: TIME TO GET LOST soll weiterhin ohne Druck umgesetzt werden. Schließlich geht jeder einzelne der Crew einer „richtigen“ Beschäftigung nach.

 

 

 

Text: Michael Hübel • Layout: rwnd

Am 23. April 2016 erfüllt sich die Crew einen ganz besonderen Wunsch:

RON ALBRECHT von Dystopian war schon lange im Gespräch und der Geburtstag Anlass genug, dieses Booking in Angriff zu nehmen. Auf zwei Floors wird man im La Bim ab 23 Uhr gemeinsam mit Ron Albrecht, Richard Bredicz Lupaal, Gunther und den Residents Joseph, Tobias Schneider, John Horton und Moyo zwei Jahre TIME TO GET LOST feiern können.