STATION ENDLOS — wenn Kunst und Kultur endlose Möglichkeiten bilden

 


Ihr beschreibt die STATION ENDLOS mit folgenden Worten: “Kunst und Kultur bilden Endlose Möglichkeiten …
Wir geben Kreativität eine Station zum Ausleben vielseitiger Ideen!”
Wie sieht das aus?

Zuerst war es nur eine Idee, einen Hafen für Kreative zu schaffen, jedoch ohne große Vorstellungen in welche Richtung es sich entwickeln solle. Nun nach fast drei Jahren hat sich das Projekt „Endlos“ einen guten Namen gemacht und ein hervorragendes Team mit wunderbaren Leichtmatrosen gebildet. Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus den verschiedensten Bereichen und mussten daher erst einmal einen Kurs festlegen, den das Kollektiv gemeinsam verfolgt. Mit viel Liebe zum Detail haben wir unseren Heimathafen, die

„Station Endlos“, errichtet, welcher ein Ort zum Wohlfühlen und Erleben ist. Wir verbringen zusammen viel Zeit und nutzen den so entstandenen Pool von Kreativität, um spannende Projekte umzusetzen. Wir schrauben, hämmern, planen, plaudern, beleuchten, vertonen, reisen, fliegen, mampfen, malern, schrubben, kochen, zeichnen, sprühen und vieles mehr. Schon längst sind wir nicht mehr nur in Halle am schaffen, sondern auch deutschlandweit unterwegs, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.





 

 

 

 

 

Wie lange gibt es euer Kollektiv schon und wie habt ihr zusammengefunden?

Wie ein bisschen vorweg gegriffen besteht das Kollektiv nun seit fast drei Jahren. Viele von Uns kommen aus demselben Freundeskreis oder kannten sich schon vorher über ein paar Ecken. So sind immer wieder bekannte Gesichter neu dazu gestoßen, wodurch wir schnell zusammen gewachsen sind. Vor allem die Leidenschaft am Werkeln und Bauen hat uns in den Anfängen sehr verbunden.
Jetzt reicht es schon von der Musik über Dekorationen bis hin zum Kochen.
Man könnte sagen, dass man uns kaum mit einem normalen Kollektiv vergleichen kann, eher sind wir darüber hinaus zu einer großen Familie zusammengewachsen. Jeder schaut nach links und rechts und gibt aufeinander Acht. 


Was macht euch einzigartig?

Ganz klar unser familiäres Verhältnis untereinander, es wird über unsere Projekte hinaus viel Zeit miteinander verbracht. Wir sind mittlerweile gut organisiert und haben großen Spaß an jedem Projekt. Vor allem dadurch das wir uns so gut kennen kommt es kaum zu Problemen und wenn dann sind sie schnell und konstruktiv geklärt. Wir haben dazu eine große Anzahl an kreativen Köpfen und begabten Händen im Kollektiv. Dass ermöglicht uns fast alles umzusetzen, was wir uns so ausdenken. Durch unseren bestimmten “Größenwahn” und einen kleinen Hauch von “Wahnsinn” haben wir schon das ein oder andere verrückte Projekt gemeistert.
Das Alles macht uns schon zu einer verdammt duften Seeräuberbande.

Land in Sicht! Vor etwas mehr als zwei Jahren rief der Kapitän der Station Endlos zu einem ganz besonderen Segeltörn auf: Von Halle aus will man die Welt erobern. So scheint es, wenn man sich anschaut, was seit Bestehen des sehr bunten Veranstalterkollektivs geschehen ist. Man ist auf dem Feel, dem Artlake und Castello Festival nicht nur mit den DJs und Acts der eigenen Crew vertreten, man kreiert vor Ort eine ganz eigenes Universum und reist mit weitaus mehr, als nur der Musik — man erschafft sich ein eigenes Universum mit eigenem Floor auf jedem der besuchten Festivals. Ganz nebenbei sind die Residents, wie JANEIN, Casimir von Oettingen und Electronic Elephant nicht nur in Deutschland gefragte DJs. Für From Halle With Love nehmen sich der Kapitän, seine Offiziere und Matrosen die Zeit, einige Fragen zu ihrem Herzensprojekt zu beantworten. Ahoi!

Wann und wo habt ihr in den letzten Jahren (seit eurem Bestehen) und vor allem 2016 überall Station gemacht?

Das wird jetzt schwierig und ich glaube das kriegen wir hier gar nicht alles unter. Da wir ja viel mit Musik machen und somit auch einen großen Pool an Künstlern im Boot haben sind wir natürlich auch eine Menge unterwegs. Ich glaube, wir haben Deutschland großflächig besegelt und schon das ein oder andere Mal im Ausland angeklopft. Was mir so spontan einfällt, ist das JANEIN letztes Jahr als erster Steuermann in Neuseeland war. Soweit ich weiß, soll jetzt noch Australien folgen. Unsere anderen Leichtmatrosen haben wir natürlich auch schon ordentlich über die Weltmeere gejagt. Da geht es von Leipzig über Berlin und München bis nach Istanbul und mittlerweile auch Paris.

Jedes Wochenende fliegt aufs Neue einer unserer Jungs aus um irgendwo mal wieder ordentlich die Felle zum Flattern zu bringen. Aber so richtig Station mit allem drum und dran ist dann doch immer etwas aufwendiger. Da fallen mir für dieses Jahr hauptsächlich die Festivals ein, die haben uns schon ganz schön beschäftigt. Da bleibt nebenbei nicht viel Zeit übrig, um irgendwo anders großartige Sachen zu reißen. Allerdings haben wir Ende letzten Jahres eine Showcase im Charles Bronson (Halle) gefahren und im Februar neben Extrawelt im Elipamanoke (Leipzig) mal die Hütte abgerissen. Das sind dann schon immer echt ordentliche Packungen, wenn sich die ganze Mannschaft aufstellt um mal ein Auswärtsspiel zu machen.

 

 

Feel, Artlake, Castello sind nur einige Festivals, bei denen ihr 2016 vertreten wart. Nicht nur mit euren Künstlern, auch habt ihr vor Ort kräftig mit angepackt und mehrere Wochen eigene Bühnen gebaut. Wie erlebt man diese Zeit?

So ein Sommer ist schon sehr belebend. Man verbringt die meiste Zeit in der Natur und kann es sich so richtig gut gehen lassen. Nichts ist entspannter als nach getaner Arbeit in der Hängematte zu liegen ein bisschen zu dösen und sich von den Sonnenstrahlen, die durch die Blätter funkeln, das Gesicht streicheln zu lassen. Dafür machen immer ein zwei Leute aus dem Team das Camp ein bisschen schick, damit man neben der Baustelle auch mal einen Ort zum Erholen hat. Klar ist bei uns beim Bauen auch eher immer gelassene Stimmung, doch auch da geht es ab und an etwas hitzig her. Aber das lässt sich, bei den ganzen Projekten in so kurzen Zeitabständen über einen Sommer verteilt, kaum vermeiden. Man könnte sich zwar vorstellen, das wäre alles nur locker flockig, doch ist so eine Tour auch in bestimmten Momenten verdammt anstrengend und sehr intensiv.


Der meist straffe Zeitplan und die hochgesteckten Ziele unsererseits fordern körperliches Durchhaltevermögen und eine gewisse Kontenance. Ist das eine Projekt geschafft geht es gleich beim nächsten weiter. Man hangelt sich von Aufgabe zu Aufgabe, bis zur letzten Minute gibt das Team alles. Natürlich kommt es dabei auch mal zu Kritik, die hier und da wunde Punkte trifft. Aber auch das wird bei unserem starken Teamzusammenhalt gut abgefedert. Es sensibilisiert einen Ungemein, wenn man mit vielen Leuten an einem großen Projekt arbeitet. Man sitzt viel zusammen, plant, macht und koordiniert.   Zu allerletzt gibt es dann immer die große Belohnung durch das Festival selbst. Da kommt schon mal der ein oder andere „Schulterklopfer-Moment“ vor. Es ist einfach ein unbezahlbares und unglaublich befriedigendes Gefühl zu sehen, wie alles funktioniert und läuft und vor allem wie die Leute auf unsere Sachen abgehen. Das gibt einem die aufgewandte Energie tausendfach zurück.

Eure Reise auf den Weltmeeren scheint im wahrsten Sinn des Wortes endlos. Wo soll es 2017 und in den nächsten Jahren hingehen?

Oh, da haben wir noch einiges vor. Klar ist auf jeden Fall das wir wieder einige Festivals mitnehmen und in kommenden Jahren sicherlich auch Richtung eines eigenen steuern.
Wir haben unendlich viele Ideen, die nach der Umsetzung schreien und auch schon ein paar fixe Pläne, wie wir das ganze angehen wollen. Außerdem sind unsere musikaffinen Leichtmatrosen ganz erpicht darauf, mit einem kleinen Label zu starten. Eigene Musik im großen Stil zu produzieren schwebt den Jungs schon lange vor und einige von ihnen sind ja schon fleißig am Werkeln. Da würde es nur Sinn machen, das endlich umzusetzen. Viel mehr kann man dazu gar nicht sagen. Unsere Reise ist so spontan und unbestimmbar wie endlos. Ich würde meinen wir schauen mal wo uns der Wind hintreibt und legen da dann richtig los, hehe …

 

Also bis zum nächsten Plausch ihr Landratten. Auf ein baldiges gemeinsames Tänzchen mit der Bande und sein Kapitän … Ahoiiiiii   


Electronic Elephant ist von Anfang an ein fester Teil der Station Endlos und damit Resident der Crew.  Von ihm bekommen wir die Nummer 46 unserer Podcastserie kredenzt — eine Reise von House über Deep House bis hin zu Techno. Für ihn und seine Kompagnons gibt es noch viele weiße Flecken auf der Landkarten und man darf gespannt sein, was gemeinsam entdeckt wird — von Halle aus in die weite, weite Welt!

 

 

Text: Michael Hübel • Layout: rwnd

by rwnd